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Die SP Frauen* fordern einen «Aktionsplan Kinderbetreuung» in Zeiten von Corona

Von SP Frauen* Schweiz / PS Femmes* Suisse, 1. April 2020

Die aktuelle Corona-Krise zeigt auf welch tönernen Füssen unsere gesellschaftliche und wirtschaftliche Ordnung steht. Frauen stehen nicht nur im Gesundheitswesen und in anderen «systemrelevanten» Funktionen schlecht bezahlt an der Front, sondern werden auch bei der Kinderbetreuung weitgehend alleine gelassen. Die SP Frauen* Schweiz fordern aus diesem Grund einen «Aktionsplan Kinderbetreuung» in Zeiten von Corona – aber auch danach. 

Die Situation der Kitas ist dabei besonders widersprüchlich und führt durch ungenaue Bestimmungen und mangelnde finanzielle Unterstützung zu Situationen, in denen Eltern ihre Kinder zwar nicht in die Kitas bringen können, aber die Beiträge dennoch bezahlen müssen. «Das Problem ist grundsätzlich und ist nun einfach während der Krise sichtbarer. Kitas sollten wie die Volksschule für alle zugänglich und einheitlich geführt sein», so Martine Docourt, Co-Präsidentin der SP Frauen* Schweiz. «Das würde viele Probleme lösen, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern und die Arbeitsbedingungen des Personals verbessern. Situationen wie die gegenwärtige Corona-Krise wären einfacher zu handhaben. Dieser Schritt würde zudem der sozialen Ungleichheit entgegenwirken, welche sich gerade in Krisenzeiten zuspitzt.» Die SP Frauen* fordern deswegen schon lange, dass Kitas wie die Volksschule gratis sein sollten.

Auch im Bereich Homeschooling und Homeoffice führen viele Faktoren zu einer übermässigen Belastung der arbeitenden Eltern und der Lehrpersonen. «Homeschooling und Homeoffice sind nicht vereinbar», fasst Tamara Funiciello, Co-Präsidentin der SP Frauen* Schweiz, die Situation zusammen. «Ausserordentliche Zeiten verlangen ausserordentliche Massnahmen. Arbeitgeber sollten verstehen, dass Eltern im Moment sehr gefordert sind. Sie sollten Betreuungsarbeit als Arbeitszeit anerkennen – und so alle Beteiligten entlasten.» Mit gutem Beispiel voran gehen manche Universitäten und auch private Arbeitgeber, die das bereits jetzt so handhaben.