Frauen*wahl 19



Eine paritätische Vertretung von Frauen in der Politik ist ein demokratisches Grundanliegen. Leider sind wir in der Schweiz noch weit von diesem Ziel entfernt. Fast 48 Jahre sind seit der Einführung des Stimm- und Wahlrechts für Frauen in der Schweiz vergangen, 37 seit der Verankerung der Gleichstellung zwischen den Geschlechtern in der Bundesverfassung, aber noch heute sind die Frauen in der Politik stark untervertreten. Im Bundesrat sind es nun, dank der Wahl vom Dezember 2018, drei Mitglieder von sieben, im Nationalrat sind es 30%, im Ständerat sogar nur 15%. Dies obwohl Frauen punkto Ausbildung und Qualifikation den Männern in nichts nachstehen: im speziellen bei den jungen Generationen ist der Anteil Frauen mit einem Abschluss einer Fachhochschule oder einer universitären Hochschule höher als jener der Männer.

Frauen sind in den Medien stark untervertreten. Dies bezeugt auch die Studie der Universität Freiburg Gender und Medien im Vorfeld der eidgenössischen Wahlen 2015: «In Übereinstimmung mit bisherigen Studien zur Vorwahlberichterstattung in der Schweiz zeigt sich für den untersuchten Zeitraum eine Unterrepräsentation der Kandidatinnen und eine Überrepräsentation der Kandidaten in den Medien.» Frauen sind somit weniger sichtbar, und ihre Chancen, gewählt zu werden, verringern sich dadurch.

Ein weiteres Problem, welches Frauen an einer aktiven Partizipation in der Politik hindert, ist das der sexuellen Belästigung, des Mobbing und des Hatespeech, welchem sie häufig ausgesetzt sind. Gemäss einer Studie des Europarates, welche zur Initiative #NotInMyParliament geführt hat, haben 85 Prozent der Parlamentarierinnen, die an der Umfrage teilnahmen, psychologische Gewalt erlitten, sei es durch sexuelle Belästigungen, Übergriffe, körperliche Bedrohungen oder durch sexistische Bilder. Fast 47 Prozent der Antwortenden wurden mit dem Tod, Vergewaltigungen oder Schlägen bedroht. Knapp 25 Prozent wurden Opfer sexualisierter Gewalt, fast 15 Prozent der Befragten erlitten andere Formen körperlicher Angriffe.

Frauenförderung im politischen Bereich ist in erster Linie Sache der Parteien. Es geht nicht nur um gezielte Themensetzung, Schulung und Begleitung interessierter Frauen, sondern auch um strukturelle Anpassungen im Politbetrieb, welche die Vereinbarkeit von Familie, Beruf und politischer Tätigkeit verbessern. Und es geht darum, Platz zu machen.

Die SP ist seit bald 30 Jahren konstant mit mindestens einer Frau im Bundesrat vertreten, in der vereinigten Bundesversammlung zählt ihre Fraktion 29 Frauen und 26 Männer. Auf kantonaler Ebene stellt sie 13 Regierungsrätinnen – was immerhin einem Anteil von 45% entspricht.

Wir SP Frauen* Schweiz begrüssen es, dass unsere Partei im Wahljahr 2019 das Thema der Gleichstellung ins Zentrum rückt und dass in fast allen Kantonen paritätische Wahllisten präsentiert werden. Die politische Frauenförderung hat bei uns eine lange Tradition, und darauf wollen wir aufbauen.

 

Weiterführende Informationen zu den Wahlen 2019 (werden laufend aktualisiert):

  • Mehr Frauen ins Bundeshaus! Hier geht es zur Website frauenwahl19
  • Hass, Beleidigungen und Drohungen, wie damit umgehen? In dieser Broschüre findest du wertvolle Tipps dazu.
  • Unser Wahlvideo: für Gleichberechtigung braucht es eine starke SP! Gestern, heute, morgen.